ASML testet die Grenzen seiner Macht in der Chipindustrie
14:09, 16.07.2026
ASML könnte bald die Preise für seine Chipfertigungsanlagen erhöhen, und TSMC soll diesen Plan Berichten zufolge mit großer Verärgerung zur Kenntnis nehmen. Die Nachfrage nach hochmodernen Fertigungsanlagen ist weiterhin stark, während das Angebot begrenzt bleibt. Dies verschafft ASML mehr Einfluss auf die Preisgestaltung, als die meisten Technologieanbieter jemals erreichen könnten.
Keines der beiden Unternehmen hat die Berichte bestätigt. TSMC könnte bei seiner nächsten Quartalskonferenz auf das Thema eingehen. ASML hat bereits auf die starke Nachfrage und ein volles Auftragsbuch hingewiesen, das bis Ende 2028 reicht.
Das Unternehmen plant zudem, die Anlagenproduktion im nächsten Jahr um 30 Prozent zu steigern. Eine höhere Produktionsleistung dürfte jedoch den Preisanstieg nicht verhindern.
Ein Quasi-Monopol hat teure Folgen
ASML nimmt in der Halbleiterindustrie eine einzigartige Position ein. Chiphersteller sind bei der Produktion moderner Prozessoren auf die Lithografiesysteme des Unternehmens angewiesen. Einige hochmoderne Maschinen kosten jeweils mehr als 400 Millionen Dollar. Selbst eine moderate Preiserhöhung könnte die Kosten eines großen Fabrikprojekts um Hunderte Millionen Dollar in die Höhe treiben.
Die Auswirkungen könnten über die Hersteller von Spitzenchips hinausreichen. Berichten zufolge plant ASML, die Preise für seine günstigeren DUV-Systeme um rund 10 Prozent anzuheben. Chinesische Kunden können viele dieser Maschinen nach wie vor erwerben, sodass auch ihnen höhere Produktionskosten drohen könnten.
Was höhere Anlagenpreise für die USA bedeuten könnten
Unserer Ansicht nach könnte die Preisstrategie von ASML den gesamten Technologiemarkt beeinflussen. Chiphersteller könnten die höheren Kosten an Elektronikmarken, Cloud-Anbieter und Automobilunternehmen weitergeben. Dies könnte letztendlich zu teureren Smartphones, Computern, Fahrzeugen und digitalen Diensten führen.
TSMC verfügt zwar über erhebliche Verhandlungsmacht, doch selbst der weltweit größte Auftrags-Chiphersteller hat kaum Alternativen zu ASML. Diese Situation zeigt, wie ein einziger entscheidender Zulieferer die Preise einer ganzen globalen Branche beeinflussen kann.
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