China und die IAEA entwickeln Kernreaktoren für industrielle Prozesswärme
14:59, 17.09.2026
Beide Seiten werden bei der Entwicklung und dem Einsatz von Hochtemperatur-Gasreaktoren (HTGR) zusammenarbeiten, die nicht nur zur Stromerzeugung, sondern auch zur Wärmeversorgung von Industrieanlagen genutzt werden können.
Gemeinsame Basis: HTGR-Technologie
Das chinesische Unternehmen Chinergy, eine Tochtergesellschaft der China National Nuclear Corporation (CNNC), und die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) haben eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit im Bereich der Hochtemperatur-Gasreaktoren (HTGR) unterzeichnet.
Die Vereinbarung umfasst den Austausch von Fachwissen und Informationen zu Forschung und Entwicklung, Auslegung, Bau, Inbetriebnahme und Betrieb von HTGRs. Die Parteien planen zudem eine Zusammenarbeit in den Bereichen Lieferketten und Ausbildung von Fachkräften.
Warum HTGR?
Im Gegensatz zu konventionellen Kernkraftwerken, die in erster Linie zur Stromerzeugung ausgelegt sind, können HTGRs direkt Hochtemperaturwärme für industrielle Prozesse liefern.
Diese Reaktoren nutzen Helium als Kühlmittel. Da sie bei hohen Temperaturen betrieben werden, kann die dabei entstehende Wärme zur Erzeugung von Prozessdampf, zur Unterstützung der Ölraffination, zur Meerwasserentsalzung, zur Wasserstofferzeugung und zur Energieversorgung anderer Prozesse genutzt werden, die große Mengen an Wärmeenergie erfordern.
Dadurch wird es möglich, Kernreaktoren direkt neben Industrieanlagen einzusetzen, anstatt sie ausschließlich als Teil von Kraftwerken zu nutzen.
China betreibt bereits HTGRs
China verfügt bereits über praktische Erfahrungen mit dieser Technologie. Eine der ersten industriellen Anwendungen der HTGR-Technologie in China ist die Wärmeversorgung einer nahegelegenen Ölraffinerie.
Ähnliche Systeme könnten letztendlich als kohlenstoffarme Wärmealternative für andere energieintensive industrielle Prozesse genutzt werden.