Radikale Transformation des Elektronikmarktes: Mangel an erschwinglichen Gadgets durch KI
15:32, 18.02.2026
Künstliche Intelligenz verschärft den Mangel an Konsumgütern. Phison Electronics CEO Khein-Seng Pua hat eine neue düstere Prognose für die Branche abgegeben: Aufgrund eines totalen Defizits an DRAM- und NAND-Speicher werden viele Unternehmen vor dem Bankrott stehen.
Markt unter Kontrolle der Lieferanten
Laut dem Phison-Chef hat sich der Markt vollständig zu einem „Verkäufermarkt“ gewandelt. Die Engpässe sind so kritisch, dass Speicherchip-Lieferanten Vorauszahlungen für drei Jahre im Voraus verlangen.
Auch Basiskomponenten sind teurer geworden. Beispielsweise stieg der Preis für 8 GB eMMC-Speicher, der Anfang 2025 noch etwa $1,5 kostete, auf fast $20 an.
Smartphones und PCs vom Verschwinden bedroht
Pua prognostiziert einen massiven Rückgang des Sortiments und der Anzahl aktiver Unternehmen auf dem Privatkundenmarkt. Dieser Komponentenmangel könnte dazu führen, dass der Smartphone-Markt um 200–250 Millionen Einheiten schrumpft, die Produktion von PCs und Fernsehern zurückgeht und Verbraucher eher alte Gadgets reparieren, anstatt neue zu kaufen.
Bei Smartphones macht der Speicher 20 % der Kosten aus, während er bei Server-Hardware nur 5-6 % beträgt. Dies hilft Rechenzentren, die Kosten leichter zu tragen als den Herstellern von Unterhaltungselektronik.
Pua: „Speichermangel steht in direktem Zusammenhang mit der Nachfrage nach KI-Komponenten“
Pua betont, dass das tiefe Speicherdefizit, das voraussichtlich bis 2030 anhalten wird, durch den Ausbau der KI-Infrastruktur verursacht wird. Als Beispiel nennt er den KI-Beschleuniger Nvidia Vera Rubin.
„Jeder dieser Beschleuniger benötigt eine SSD mit einer Kapazität von über 20 TB. Wenn Nvidia 10 Millionen Einheiten ausliefert, werden allein diese Laufwerke 20 % der gesamten weltweiten NAND-Produktion des letzten Jahres verschlingen“, betonte Khein-Seng Pua.
Hersteller, die nicht in der Lage sind, auch nur eine einzige kritische Komponente zu beschaffen, werden gezwungen sein, ihre Fließbänder zu stoppen, was bis Ende nächsten Jahres voraussichtlich zu einer Serie von Insolvenzen im Elektroniksektor führen wird.