KI schreibt die RAM-Regeln neu. Warum günstiger Arbeitsspeicher wohl nicht zurückkehrt
13:29, 30.06.2026
Wenn Sie darauf gewartet haben, dass die RAM-Preise wieder auf das Niveau von 2025 sinken, geht Lenovo davon aus, dass dieser Moment möglicherweise nie kommen wird. Auf der International Supercomputing Conference 2026 stellte das Unternehmen einen sogenannten „Fünf-Schritte-Überlebensleitfaden“ für den aktuellen Speichermarkt vor. Die Botschaft war klar: Die Nachfrage nach KI hat die Wirtschaftlichkeit der DRAM- und NAND-Produktion dauerhaft verändert.
Berichten von der Veranstaltung zufolge erwartet Lenovo, dass neue Produktionskapazitäten, die etwa 2028 zur Verfügung stehen werden, nur begrenzte Entlastung bringen werden. Die KI-Infrastruktur wächst so schnell, dass sie den Großteil des zusätzlichen Angebots absorbieren wird. Infolgedessen dürften die Speicherpreise deutlich höher bleiben, als viele Käufer erwartet hatten.
Das Unternehmen wies zudem darauf hin, dass die Speicherkapazität zu einem der wichtigsten Faktoren bei der Konzeption moderner Server geworden ist. Zukünftige Dual-Prozessor-Systeme könnten rund 1 TB installierten Speicher benötigen, um ihre verfügbare Bandbreite voll auszuschöpfen. Das macht Server-Upgrades weitaus teurer als in den vergangenen Jahren.
Warum die Preise weiter steigen könnten
Lenovo ist nicht das einzige Unternehmen, das mit einer langen Phase knapper Versorgung rechnet. Micron teilte Investoren kürzlich mit, dass die Engpässe mindestens bis 2027 anhalten könnten, während SK Hynix davon ausgeht, dass der Druck bis 2030 bestehen bleibt, da KI-Rechenzentren immer mehr Produktionskapazität beanspruchen.
Die Hersteller verlagern zudem ihre Ressourcen auf margenstarke High-Bandwidth-Memory-Produkte anstelle von Standard-DDR5- und LPDDR5-Produkten. Dadurch stehen weniger herkömmliche Speicherchips zur Verfügung, was die Preise noch weiter in die Höhe treibt.
Jefferies Equity Research rechnet damit, dass die DRAM-Preise im dritten Quartal dieses Jahres um 40 bis 50 Prozent steigen werden, gefolgt von einem weiteren Anstieg um 30 bis 40 Prozent im vierten Quartal. Analysten rechnen zudem mit weiterem Wachstum bis einschließlich 2027, bevor sich der Markt 2028 zu stabilisieren beginnt.
Wichtig zu wissen
Sollten Lenovo und andere Branchenführer Recht behalten, könnten höhere Speicherkosten zur neuen Normalität werden. Das wird weit mehr als nur Unternehmensserver betreffen. Mit der Zeit könnten auch Verbraucher mit teureren Laptops, Desktops, Gaming-PCs und KI-gestützten Geräten rechnen.
Unserer Ansicht nach ist dies ein weiterer Hinweis darauf, dass KI den Technologiemarkt schneller umgestaltet, als viele erwartet hatten. Wenn Sie planen, Ihre Hardware im Laufe des nächsten Jahres aufzurüsten, sparen Sie durch eine Verschiebung Ihres Kaufs möglicherweise kein Geld.
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