Samsung konzentriert sich auf KI-Hardware: Der Chipmangel wird bis 2027 anhalten
13:47, 30.04.2026
Samsung hat Rekordzahlen bekannt gegeben: Der Gewinn der Halbleitersparte ist um das 49-Fache gestiegen. Gleichzeitig warnte das Unternehmen vor einem gefährlichen Engpass, der durch den KI-Boom verursacht wurde und sich bis 2027 weiter verschärfen wird.
Rekordergebnisse und Kapazitätsmangel
Samsungs Halbleiterabteilung erzielte einen Rekordgewinn von 53,7 Billionen Won (36,15 Milliarden US-Dollar). Das ist ein deutlicher Sprung im Vergleich zu den 1,1 Billionen Won des Vorjahres. Der Gesamtumsatz des Unternehmens stieg um 69 %, vor allem dank Speicherprodukten, die aufgrund massiver Investitionen in KI-Infrastruktur knapp geworden sind.
Die Samsung-Fabriken arbeiten an ihrer Kapazitätsgrenze, und das Unternehmen erklärt offiziell, dass das Angebot die Marktnachfrage nicht deckt. Der Aufbau neuer Produktionskapazitäten benötigt viel Zeit, und in diesem Zeitraum — konkret bis 2027 — wird die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage voraussichtlich noch größer sein als 2026. Um sich Komponentenlieferungen zu sichern, unterzeichnen wichtige Kunden bereits jetzt mehrjährige Verträge mit Samsung.
Technologische Durchbrüche und interne Herausforderungen
Samsung hat die Massenproduktion von HBM4-Chips für NVIDIAs neueste Vera-Rubin-Plattform gestartet. Das Unternehmen erwartet, den Umsatz aus HBM-Verkäufen bis Jahresende zu verdreifachen.
Doch interne Herausforderungen überschatten diesen rasanten Erfolg. Gewerkschaften in Südkorea ziehen wegen des Lohnniveaus einen Streik in Betracht, was „astronomische Verluste“ für die Produktion bedeuten könnte. Darüber hinaus ist der hohe Preis der Chips zu einer Falle für andere Samsung-Sparten geworden: Der Gewinn des Mobilgeschäfts sank um 35 % aufgrund der stark gestiegenen Komponentenpreise für Smartphones.
Trotz dieser Risiken halten Analysten Samsungs Position im KI-Wettlauf für stärker denn je.