Ein winziges Thoriumherz für hungrige Rechenzentren
11:43, 06.07.2026
Ampera möchte Ihre Sichtweise auf die Kernenergie verändern. Das amerikanische Start-up hat einen Prototyp eines kleinen Thorium-Reaktormoduls vorgestellt, das mittels 3D-Druck hergestellt wurde. Der Entwurf umfasst einen Reaktorkern und einen Hochdruckbehälter, die beide für die Serienfertigung ausgelegt sind.
Im Zentrum befindet sich ein kugelförmiger Gyroid-Kern aus Siliziumkarbid. Diese Form verleiht dem Reaktor eine große innere Oberfläche, was zu einer effizienten Wärmeableitung beiträgt. Ähnliche Strukturen kennen Sie vielleicht von modernen Flüssigkeitskühlblöcken, doch in der Kerntechnik ist das Konzept weitaus ehrgeiziger.
Laut Ampera könnte der Kern bis zu 30 Jahre lang ohne Brennstoffnachfüllung betrieben werden.
Ein sicherer Weg zu einer unterbrechungsfreien Stromversorgung
Das Unternehmen entwickelt einen unterkritischen Festkörperreaktor auf Basis von Thorium und TRISO-Brennstoff. Vereinfacht ausgedrückt kann der Brennstoff von sich aus keine Kettenreaktion aufrechterhalten. Diese Konstruktionsentscheidung trägt dazu bei, das Risiko eines unkontrollierten Leistungsanstiegs zu verringern.
Die ersten Systeme sollen 15 oder 30 Megawatt Strom liefern. Das reicht für viele Rechenzentren aus, insbesondere für solche, die Arbeitslasten im Bereich der künstlichen Intelligenz bewältigen. Ampera sieht zudem Nachfrage seitens der Verteidigungsindustrie, der Industrie und der Schifffahrt.
Der Teil zur Stromerzeugung könnte 2027 auf den Markt kommen, während komplette Module etwa 2030 folgen könnten. Die Regulierungsbehörden werden entscheiden, wie schnell dieser Weg voranschreitet.
Unsere Sichtweise
Sollte Ampera Erfolg haben, könnten Rechenzentren weniger abhängig von überlasteten Stromnetzen werden. Kostengünstige, kompakte Kernkraftmodule könnten das Wachstum im Bereich der künstlichen Intelligenz unterstützen, ohne dass Städte noch stärker um Strom konkurrieren müssen. Die größere Frage ist das Vertrauen. In Fabriken gefertigte Reaktoren müssen Sicherheit, Kosten und Zuverlässigkeit unter Beweis stellen, bevor sie das Prototypenstadium verlassen.
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