Chinas Quanten-Firewall wird Realität
17:08, 10.02.2026
Sie haben die Warnung wahrscheinlich schon gehört: Leistungsfähige Quantencomputer könnten eines Tages die heutige Verschlüsselung knacken. Chinesische Forscher präsentieren nun eine andere Art von Versprechen – eines, das sich auf die Gesetze der Natur stützt und nicht auf Vertrauen in Hardware. Ein Team unter der Leitung von Jian-Wei Pan an der University of Science and Technology of China berichtete über einen wichtigen Fortschritt bei der geräteunabhängigen Quanten-Schlüsselverteilung, kurz DI QKD.
Im Gegensatz zur herkömmlichen Quanten-Schlüsselverteilung soll DI QKD selbst dann sicher bleiben, wenn Teile der Ausrüstung versteckte Schwachstellen enthalten. Die Idee ist kühn und zugleich einfach: Wenn zwei weit voneinander entfernte Teilchen eine ausreichend starke Quantenverschränkung teilen, lässt sich ein geheimer Schlüssel erzeugen, während gleichzeitig bewiesen wird, dass kein Dritter „mithört“.
11 Kilometer verschränkte Atome in Glasfasern
Die Forscher verschränkten Rubidiumatome, die durch 11 Kilometer aufgewickelte Glasfaser voneinander getrennt waren. Sie fingen jeweils ein einzelnes Atom an jedem Ende ein, stabilisierten es mit Lasern und zwangen es, einzelne Photonen auszusenden. Diese Photonen halfen dabei, die entfernten Atome zu verschränken. Anschließend verschob das Team die Wellenlänge der Photonen in ein Telekommunikationsband, das sich besser durch Glasfasern ausbreitet.
Über 26 Tage hinweg sammelten sie Daten, um einen praktikablen Schlüsselaustausch über diese Distanz zu demonstrieren. Die Gruppe argumentiert außerdem, dass sich derselbe Ansatz mit extremer Geduld deutlich weiter ausdehnen ließe – sogar in Richtung 100 Kilometer.
Was das für Sie bedeuten könnte
Sie sollten nicht erwarten, dass DI QKD morgen in alltäglichen Netzwerken eingesetzt wird. Die Technologie ist nach wie vor teuer und komplex, und Experten sprechen weiterhin von Zeiträumen von einem Jahrzehnt oder mehr. Dennoch ist dieser Meilenstein wichtig. Er deutet auf eine Zukunft hin, in der Wahlen, Banken und sensible Kommunikation auf nachweisbarer Sicherheit beruhen – und nicht nur auf vertrauenswürdigen Geräten. Wir glauben, dass diese Arbeit den Wettlauf um eine quantensichere Infrastruktur beschleunigen und Regierungen sowie Unternehmen dazu bringen wird, den Schutz von Daten zu modernisieren.
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