Amerikaner nutzen neuronale Netzwerke, um Rechenzentren zu blockieren
19:13, 09.04.2026
Ländliche Gemeinden in den USA wollen sich gegen IT-Giganten wehren. Aktivisten im Bundesstaat Ohio sprechen sich beispielsweise gegen die massive Bebauung von Flächen mit Rechenzentren aus. Als eines ihrer Werkzeuge nutzen sie künstliche Intelligenz für rechtliche und organisatorische Strategien.
KI gegen ihre Schöpfer
Die Anwohner befürchten, dass alles bebaut wird und natürliche Landschaften sich in Industriegebiete verwandeln. Für Routineaufgaben nutzen sie KI. Jessica Sharp, eine Sozialarbeiterin, verwendet Chatbots, um Protokolle offizieller Sitzungen zu transkribieren und die Analyse juristischer Dokumente zu beschleunigen. Ihrer Meinung nach ist dies die einzige Möglichkeit für gewöhnliche Menschen, mit der enormen Menge komplexer Bürokratie umzugehen.
Eine der Anführerinnen der Protestbewegung, die Maklerin Jessica Baker, bezeichnet ihre Arbeit mit KI offen als Taktik, „das Biest gegen das Biest einzusetzen“. Sie nutzt KI, um offizielle Dokumentenanfragen zu formulieren, wodurch Freiwillige schneller auf Veränderungen reagieren können.
Welche Umweltrisiken wollen die Anwohner vermeiden?
Der Bundesstaat Ohio hat bereits mehr als 200 Rechenzentren genehmigt, und da diese Zahl weiter steigen soll, wachsen die Sorgen der Bevölkerung:
- Übermäßiger Verbrauch von Strom und Wasser. Prognosen zufolge könnten Rechenzentren bis 2030 bis zur Hälfte des gesamten Stromverbrauchs der USA ausmachen und enorme Wassermengen benötigen.
- Instabile Versorgung von Haushalten. Da große Anlagen erhebliche Ressourcen benötigen, besteht ein Risiko für die stabile Versorgung von Wohngebieten.
- Umweltauswirkungen. Die Nutzung nicht erneuerbarer Energiequellen für Rechenzentren untergräbt lokale Klimaschutzbemühungen.
Hat sich etwas verändert?
Aktivisten haben bereits bedeutende Erfolge erzielt: landesweit wurden etwa 20 Projekte im Wert von fast 100 Milliarden US-Dollar eingefroren oder verschoben. Im Bundesstaat Maine wurde sogar ein Moratorium (zeitweiliges Bauverbot) für neue Rechenzentren bis Ende 2027 eingeführt.
Darüber hinaus sammeln Freiwillige Unterschriften für ein Verbot großer Rechenzentren, und im US-Kongress wurde ein Gesetzentwurf eingebracht, der Beamten verbietet, Geheimhaltungsvereinbarungen (NDAs) mit Tech-Konzernen zu unterzeichnen. Laut dem Autor des Entwurfs, dem Kongressabgeordneten Greg Landsman, profitieren Unternehmen derzeit von günstigem Land und Steuervergünstigungen und hinterlassen Gemeinden ökologische Probleme und hohe Kosten.