Stargate-Projekt in Gefahr: Warum OpenAI nicht am Ausbau des texanischen Rechenzentrums interessiert ist
15:06, 10.03.2026
OpenAI verzichtet gemeinsam mit der Oracle Corporation auf die Skalierung eines der ambitioniertesten Rechenzentren der Welt. Das Projekt in Abilene (Texas), das Teil der großen Stargate-Initiative werden sollte, stieß auf finanzielle und logistische Schwierigkeiten.
Warum die Verhandlungen über 2 GW scheiterten
Der ursprüngliche Plan sah vor, die Kapazität der Anlage von 1,2 GW auf 2 GW zu erhöhen. Eine Einigung zwischen OpenAI, Oracle und dem Subunternehmer Crusoe kam jedoch aufgrund komplexer Finanzierungsbedingungen und schwankender Prognosen von OpenAI nicht zustande.
Erschwert wurde die Situation durch den Widerstand lokaler Behörden sowie technische Zwischenfälle: Anfang des Jahres setzte Winterwetter das Kühlsystem außer Kraft, was den Betrieb mehrerer Gebäude für einige Tage lahmlegte.
Eine Leistung von 1 GW entspricht dem Betrieb eines modernen Kernreaktors. In der Branche wird über den Bau von Kernkraftwerken für Rechenzentren diskutiert, doch den Bewohnern von Texas gefallen diese Pläne nicht. Man befürchtet, dass die Ökologie der Region leiden könnte, um den Betrieb von KI-Kapazitäten zu gewährleisten.
Eingreifen von NVIDIA
Der Konflikt zwischen Oracle und Crusoe wurde so ernst, dass die NVIDIA Corporation eingriff. Der Chiphersteller wollte die stabile Nutzung der eigenen Hardware sicherstellen und verhindern, dass diese durch Produkte des Konkurrenten AMD ersetzt wird.
Um die Situation zu stabilisieren, zahlte NVIDIA eine Kaution in Höhe von 150 Mio. $ an Crusoe und versuchte, Meta als potenziellen Mieter für die zusätzlichen Kapazitäten zu gewinnen, auf die OpenAI verzichtet hatte.
Trotz dieser Änderungen wird das über 370.000 Quadratmeter große Objekt weiterentwickelt, und Oracle setzt zügig NVIDIA-basierte Server für aktuelle KI-Anforderungen ein.
Warum die Skalierung von Rechenzentren riskant sein kann
Die Skalierung von KI-Rechenzentren bringt energetische und ressourcenbezogene Herausforderungen mit sich. Prognosen zufolge werden US-Rechenzentren bis 2030 so viel Wasser verbrauchen wie ganz New York City. Bereits 2026 wird die KI-Infrastruktur bis zu 70 % der weltweiten Speicherressourcen beanspruchen, was den Mangel an Komponenten für Haushaltsgeräte und Unterhaltungselektronik verschärfen könnte.