Speicherboom: Warum KI die Preise für DRAM und NAND weiter nach oben treibt
16:02, 03.04.2026
Wenn Sie die Hardwarepreise in letzter Zeit verfolgt haben, haben Sie wahrscheinlich schon bemerkt, dass Speicher zum nächsten großen Belastungsfaktor wird. TrendForce erwartet nun, dass die Vertragspreise für DRAM im zweiten Quartal um 58 bis 63 Prozent steigen, während NAND um 70 bis 75 Prozent zulegen könnte. DRAM wächst zwar langsamer als im ersten Quartal, doch der Markt bleibt angespannt.
Der Grund liegt auf der Hand. Speicherhersteller erzielen im KI Infrastrukturgeschäft höhere Margen und geben deshalb Serverprodukten Vorrang vor Geräten für Verbraucher. Große Cloud Anbieter kaufen weiterhin enorme Mengen an RDIMM Modulen und Enterprise SSDs, oft über langfristige Verträge, die das Angebot sichern, bevor andere Käufer überhaupt eine Chance bekommen.
Warum PC und SSD Käufer die Folgen spüren werden
Diese Verschiebung setzt PC-Hersteller und Modulproduzenten deutlich unter Druck. Obwohl die Nachfrage nach PC DRAM nachgelassen hat, haben die Lieferanten ihre Auslieferungen gleichzeitig reduziert. Kleinere Käufer müssen deshalb höhere Preise bei Distributoren und Modulherstellern akzeptieren.
NAND entwickelt sich ähnlich und legt in diesem Zyklus sogar schneller zu als DRAM. Die Nachfrage nach Enterprise SSDs bleibt stark, während das Angebot bei Desktop SSDs knapp bleibt. Hersteller begrenzen die Produktion in weniger profitablen Segmenten weiterhin. Deshalb könnten Sie schon bald teurere Speicherlaufwerke, weniger Rabatte und kleinere Speicherausstattungen bei Laptops und Smartphones sehen.
Unsere Einschätzung für die nächste Phase
Aus unserer Sicht handelt es sich nicht um einen kurzen Preisschub. Wenn neue Kapazitäten nicht vor Ende 2027 oder sogar erst 2028 in größerem Maßstab verfügbar werden, dürfte der Druck auf den gesamten PC-Markt weiter steigen. Und Speicher ist nicht das einzige Risiko. Ein möglicher CPU Mangel könnte die Lage für Kunden und Marken zusätzlich verschärfen.
Für uns bedeutet das vor allem eines. Kaufentscheidungen werden bald mehr Timing, strengere Budgetplanung und einen genaueren Blick auf den echten Wert einzelner Komponenten verlangen.
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