Chips unter dem Mikroskop: Wissenschaftler entwickeln Technologie, die Daten nicht verbergen lässt
14:07, 23.03.2026
Ein Forschungsteam aus Australien, den USA und Deutschland hat eine Methode zur Überwachung aktiver Chips vorgestellt. Die Technologie ermöglicht es, Prozesse innerhalb elektronischer Komponenten in Echtzeit zu analysieren, ohne das Gerät zu zerlegen.
Funktionsprinzip
Die Entwicklung basiert auf dem Einsatz von Terahertz-Strahlung. Den Wissenschaftlern gelang es, die Bewegung mikroskopischer Ladungen innerhalb von Dioden und Transistoren zu erfassen, selbst wenn diese durch ein standardmäßiges Gehäuse geschützt sind. Das System kann Hintergrundrauschen herausfiltern und selbst schwache Signale aus den aktiven Bereichen eines Chips erkennen.
Ein wesentliches Merkmal der Methode ist ihre Sicherheit und hohe Auflösung, die es ermöglicht, mit modernen, dicht integrierten Chips zu arbeiten — etwas, das bisher ohne physische Beschädigung des Gehäuses als technisch unmöglich galt.
Anwendungen
Die neue Technologie eröffnet Möglichkeiten in den Bereichen Energie, Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, Cybersicherheit und überall dort, wo die Integrität und Funktionsfähigkeit von Komponenten ohne Demontage überprüft werden muss.
Experten warnen jedoch auch vor Risiken: Die Fähigkeit, interne Chipprozesse ohne Hardware-Schutz zu beobachten, eröffnet neue Möglichkeiten für Hacker. Dies könnte zur Entwicklung neuer Arten von Cyberangriffen führen, die auf den direkten Zugriff auf Daten im Halbleiter abzielen.