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Wie richten Sie Ihren Backup Storage ein und nutzen ihn?

HostZealot Backup Storage bietet zusätzlichen Speicherplatz für Backups, Archive und andere Dateien, getrennt von Ihrem VPS oder Dedicated Server.

Sie können über zwei Protokolle auf Ihren Speicher zugreifen:

  • FTP (File Transfer Protocol) ermöglicht das Hochladen, Herunterladen und Verwalten von Dateien mit einem FTP-Client wie FileZilla. Diese Methode eignet sich für die Dateiübertragung von einem Windows- oder macOS-Computer.
  • NFS (Network File System) ermöglicht es, Ihren Backup Storage als Verzeichnis auf einem Linux-Server einzubinden. Das ist besonders für Server-Backups, geplante Aufgaben und Anwendungen nützlich, die direkten Zugriff auf gespeicherte Dateien benötigen.

Beide Protokolle sind standardmäßig aktiviert und können gleichzeitig verwendet werden. Dateien, die über FTP hochgeladen wurden, sind auch über NFS verfügbar und umgekehrt.

In dieser Anleitung erfahren Sie, wie Sie Ihren Backup Storage verwalten, eine Verbindung über FTP oder NFS herstellen und das automatische Einbinden von NFS unter Ubuntu konfigurieren.

1. Auf die Backup Storage-Einstellungen zugreifen

  1. Melden Sie sich im HostZealot-Kundenbereich an.
  2. Öffnen Sie Meine Services und wählen Sie All Services.
  3. Gehen Sie zu Backup Storage und wählen Sie den Speicher aus, den Sie konfigurieren möchten.
  4. Klicken Sie im Bereich Speicherplatzeinstellungen auf Dienste.

Das Verwaltungsfenster enthält zwei Registerkarten:

  • Dienste - FTP und NFS verwalten und Verbindungsdaten anzeigen.
  • IP Access List - festlegen, welche IP-Adressen über NFS auf den Speicher zugreifen dürfen.

2. FTP- und NFS-Dienste verwalten

Öffnen Sie die Registerkarte Dienste, um die verfügbaren Verbindungsprotokolle anzuzeigen.

FTP und NFS werden bei der Aktivierung Ihres Backup Storage automatisch eingeschaltet. Ein aktivierter Dienst zeigt den Status In Use an.

Mit dem Schalter neben dem jeweiligen Protokoll können Sie FTP und NFS unabhängig voneinander aktivieren oder deaktivieren. Wenn Sie ein Protokoll deaktivieren, muss das andere nicht ebenfalls deaktiviert werden.

FTP-Verbindungsdaten anzeigen

Klappen Sie Access Details im Bereich FTP auf.

Dort finden Sie folgende Angaben:

  • Server IP - die IP-Adresse Ihres Backup Storage-Servers.
  • Port - der Port für FTP-Verbindungen.
  • Username - Ihr FTP-Benutzername.
  • Password - Ihr FTP-Passwort.

Klicken Sie auf ein beliebiges Feld, um den jeweiligen Wert in die Zwischenablage zu kopieren.

Diese Angaben benötigen Sie, um eine Verbindung mit einem FTP-Client herzustellen.

NFS-Verbindungsdaten anzeigen

Klappen Sie Access Details im Bereich NFS auf.

Das Feld NFS Path enthält die Serveradresse und den Verzeichnispfad, die Sie benötigen, um Ihren Speicher auf einem Linux-Server einzubinden.

Der Pfad hat folgendes Format:

SERVER_IP:/path/to/storage

Klicken Sie auf den NFS Path, um ihn zu kopieren. Diesen Wert benötigen Sie bei der Konfiguration Ihres Linux-Servers.

3. IP-Zugriff für NFS verwalten

Bevor Sie einen Linux-Server über NFS verbinden, müssen Sie dessen öffentliche IP-Adresse in den Backup Storage-Einstellungen freigeben.

IP-Adresse hinzufügen

  1. Öffnen Sie das Verwaltungsfenster Dienste Ihres Backup Storage.
  2. Wechseln Sie zur Registerkarte IP Access List.
  3. Klicken Sie auf Add IP.
  4. Geben Sie die öffentliche IP-Adresse des Servers ein, der auf Ihren Speicher zugreifen soll.
  5. Aktivieren Sie Allow NFS.
  6. Klicken Sie auf Confirm.

Die IP-Adresse erscheint in der Liste mit dem Eintrag nfs in der Spalte Service.

Sie können mehrere IP-Adressen hinzufügen, wenn verschiedene Server auf denselben Speicher zugreifen sollen.

Hinweis:
Beim Hinzufügen einer IP-Adresse müssen Sie Allow NFS aktivieren. Andernfalls wird der Eintrag nicht gespeichert.

IP-Adresse entfernen

  1. Öffnen Sie die Registerkarte IP Access List.
  2. Suchen Sie die IP-Adresse, die Sie entfernen möchten.
  3. Klicken Sie auf das Menü mit den drei Punkten neben der Adresse.
  4. Wählen Sie Delete.

Wenn Sie eine IP-Adresse entfernen, wird ihr die Berechtigung für den Zugriff auf Ihren Backup Storage über NFS entzogen.

4. Über FTP mit FileZilla auf Backup Storage zugreifen

FileZilla ist ein kostenloser FTP-Client für Windows, macOS und Linux. Damit können Sie Dateien über eine grafische Benutzeroberfläche zwischen Ihrem Computer und Backup Storage übertragen.

FileZilla installieren

  1. Besuchen Sie die offizielle FileZilla-Website.
  2. Laden Sie FileZilla Client für Ihr Betriebssystem herunter.
  3. Installieren und starten Sie die Anwendung.

Verbindung zum Speicher herstellen

  1. Öffnen Sie den HostZealot-Kundenbereich und suchen Sie die FTP-Access Details Ihres Backup Storage.
  2. Suchen Sie in FileZilla die Verbindungsfelder am oberen Fensterrand.
  3. Geben Sie folgende Informationen ein:
    • Host - die Server IP aus Ihren Backup Storage-Einstellungen.
    • Username - Ihren FTP-Benutzernamen.
    • Password - Ihr FTP-Passwort.
    • Port - den Port aus Ihren FTP-Verbindungsdaten.
  4. Klicken Sie auf Quickconnect.

FileZilla versucht nun, eine Verbindung herzustellen. Nach erfolgreicher Verbindung wird die Verzeichnisliste des entfernten Speichers auf der rechten Seite angezeigt.

Hinweis:
Standard-FTP verschlüsselt die Daten während der Übertragung nicht. Verwenden Sie es nur, wenn eine unverschlüsselte Verbindung für Ihre Dateien und Ihre Netzwerkumgebung akzeptabel ist.

Die FileZilla-Oberfläche verstehen

Das FileZilla-Fenster ist in zwei Hauptbereiche unterteilt:

  • Local site (links) - Dateien und Verzeichnisse auf Ihrem Computer.
  • Remote site (rechts) - Dateien und Verzeichnisse auf Ihrem Backup Storage.

Im unteren Bereich sehen Sie den Fortschritt der Dateiübertragungen sowie abgeschlossene oder fehlgeschlagene Übertragungen.

Dateien auf Backup Storage hochladen

  1. Navigieren Sie im Bereich Local site zum Ordner mit den Dateien, die Sie hochladen möchten.
  2. Öffnen Sie im Bereich Remote site das gewünschte Zielverzeichnis auf Ihrem Backup Storage.
  3. Ziehen Sie die Dateien aus der lokalen Dateiliste in die entfernte Dateiliste.

Alternativ können Sie mit der rechten Maustaste auf eine lokale Datei klicken und Upload auswählen.

Nach Abschluss der Übertragung erscheint die hochgeladene Datei im entfernten Verzeichnis.

Dateien von Backup Storage herunterladen

  1. Öffnen Sie im Bereich Local site den Ordner, in dem die heruntergeladenen Dateien gespeichert werden sollen.
  2. Suchen Sie im Bereich Remote site die gewünschte Datei.
  3. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Datei und wählen Sie Download.

FileZilla überträgt die Datei in den ausgewählten Ordner auf Ihrem Computer.

Über die entfernte Dateiliste können Sie außerdem Verzeichnisse erstellen, Dateien umbenennen und Dateien aus Ihrem Backup Storage löschen.

5. Backup Storage über NFS unter Linux verbinden

Mit NFS kann ein Linux-Server über ein eingebundenes Verzeichnis auf Ihren Backup Storage zugreifen. Anwendungen können direkt mit den Dateien in diesem Verzeichnis arbeiten, ohne einen separaten FTP-Client zu benötigen.

Das folgende Beispiel verwendet Ubuntu 24.04 LTS. Der grundlegende Ablauf ist bei anderen Linux-Distributionen ähnlich, allerdings können sich die Befehle zur Paketinstallation unterscheiden.

Stellen Sie vor Beginn sicher, dass:

  • Ihr Backup Storage aktiv und NFS eingeschaltet ist.
  • Sie den NFS Path aus Ihren Backup Storage-Einstellungen kopiert haben.
  • Sie die öffentliche IP-Adresse Ihres Linux-Servers zur IP Access List hinzugefügt und Allow NFS aktiviert haben.
  • Sie über SSH oder eine andere verfügbare Konsole auf Ihren Linux-Server zugreifen können.

Schritt 1. NFS-Client installieren

Verbinden Sie sich mit Ihrem Ubuntu-Server und aktualisieren Sie die Paketliste:

sudo apt update

Installieren Sie die NFS-Client-Werkzeuge:

sudo apt install -y nfs-common

Das Paket nfs-common enthält die Werkzeuge, die Ubuntu zum Einbinden von NFS-Freigaben benötigt.

Schritt 2. Einbindungsverzeichnis erstellen

Erstellen Sie ein Verzeichnis, über das Sie auf Ihren Backup Storage zugreifen werden:

sudo mkdir -p /mnt/backup-storage

Nach dem Einbinden sind die Dateien Ihres Backup Storage über dieses Verzeichnis verfügbar.

Schritt 3. Backup Storage einbinden

Verwenden Sie den Befehl mount mit dem NFS Path aus Ihrem Kundenbereich:

sudo mount -t nfs SERVER_IP:/path/to/storage /mnt/backup-storage

Ersetzen Sie SERVER_IP:/path/to/storage durch Ihren vollständigen NFS Path.

Bei erfolgreicher Ausführung kehrt der Befehl normalerweise ohne Meldung zur Eingabeaufforderung zurück.

Schritt 4. Verbindung überprüfen

Führen Sie folgenden Befehl aus:

df -h /mnt/backup-storage

Die Ausgabe sollte Ihren NFS-Speicher, seine Gesamtkapazität und das Verzeichnis anzeigen, in dem er eingebunden ist.

Sie können auch den Inhalt des Speichers anzeigen:

ls -la /mnt/backup-storage

Schritt 5. Dateizugriff testen

Erstellen Sie eine Testdatei im eingebundenen Verzeichnis:

echo "Hello from Ubuntu via NFS!" | sudo tee /mnt/backup-storage/test-nfs.txt

Lesen Sie die Datei aus:

cat /mnt/backup-storage/test-nfs.txt

Wenn die Verbindung und die Dateiberechtigungen korrekt eingerichtet sind, erscheint folgende Ausgabe:

Hello from Ubuntu via NFS!

Die Datei befindet sich auf Ihrem Backup Storage und nicht auf der lokalen Festplatte des VPS.

Sie können sich auch über FTP mit demselben Backup Storage verbinden und die Datei test-nfs.txt im entfernten Verzeichnis finden. Beide Protokolle greifen auf dieselben gespeicherten Dateien zu.

6. Backup Storage nach einem Neustart automatisch einbinden

Die zuvor beschriebene manuelle NFS-Einbindung wird nach einem Serverneustart nicht automatisch wiederhergestellt.

Wenn Sie Backup Storage für regelmäßige Backups oder andere wiederkehrende Aufgaben verwenden, können Sie Ubuntu so konfigurieren, dass der Speicher beim Zugriff auf das Verzeichnis automatisch eingebunden wird.

Dafür verwenden Sie /etc/fstab, die Linux-Konfigurationsdatei für Dateisystemeinbindungen.

Schritt 1. Bestehende Konfiguration sichern

Erstellen Sie vor Änderungen eine Sicherungskopie der aktuellen Datei:

sudo cp /etc/fstab /etc/fstab.bak

Schritt 2. /etc/fstab bearbeiten

Öffnen Sie die Datei in einem Texteditor:

sudo nano /etc/fstab

Fügen Sie am Ende folgende Zeile hinzu:

SERVER_IP:/path/to/storage /mnt/backup-storage nfs defaults,_netdev,nofail,x-systemd.automount 0 0

Ersetzen Sie SERVER_IP:/path/to/storage durch Ihren tatsächlichen NFS Path.

Die Konfiguration enthält mehrere nützliche Optionen:

  • defaults - verwendet die standardmäßigen NFS-Einbindungsoptionen.
  • _netdev - kennzeichnet die Einbindung als abhängig von der Netzwerkverfügbarkeit.
  • nofail - ermöglicht den Systemstart auch dann, wenn der Speicher nicht erreichbar ist.
  • x-systemd.automount - aktiviert das automatische Einbinden beim Zugriff auf das Verzeichnis.

Speichern Sie die Datei in Nano mit Ctrl + O und bestätigen Sie mit Enter. Drücken Sie anschließend Ctrl + X, um den Editor zu schließen.

Schritt 3. Konfiguration anwenden

Laden Sie die systemd-Konfiguration neu:

sudo systemctl daemon-reload

Wenn der Speicher derzeit manuell eingebunden ist, hängen Sie ihn aus:

sudo umount /mnt/backup-storage

Stellen Sie vor dem Aushängen sicher, dass keine Anwendung das eingebundene Verzeichnis aktiv verwendet.

Schritt 4. Automatisches Einbinden nach einem Neustart überprüfen

Starten Sie Ihren Ubuntu-Server neu:

sudo reboot

Warten Sie, bis der Server wieder gestartet ist, und verbinden Sie sich erneut über SSH.

Greifen Sie auf das Speicherverzeichnis zu:

ls /mnt/backup-storage

Mit der Option x-systemd.automount wird die NFS-Einbindung beim Zugriff auf dieses Verzeichnis ausgelöst.

Überprüfen Sie die Verbindung:

df -h /mnt/backup-storage

Wenn die Ausgabe Ihren NFS-Speicher und seine Kapazität anzeigt, funktioniert das automatische Einbinden.

7. Backup Storage unter Linux trennen

Wenn Sie Ihren Backup Storage manuell eingebunden haben und die Verbindung nicht mehr benötigen, können Sie ihn mit folgendem Befehl aushängen:

sudo umount /mnt/backup-storage

Dadurch wird die Verbindung zum eingebundenen Dateisystem getrennt, ohne die auf Ihrem Backup Storage gespeicherten Dateien zu löschen.

Wenn Sie das automatische Einbinden über /etc/fstab eingerichtet haben, entfernen Sie den entsprechenden Eintrag, sobald der Speicher nicht mehr automatisch eingebunden werden soll. Laden Sie anschließend die Konfiguration neu:

sudo systemctl daemon-reload

Beachten Sie, dass ein automatisch verwalteter NFS-Speicher nach dem Aushängen erneut eingebunden werden kann, wenn Sie auf das Verzeichnis zugreifen und die Konfiguration weiterhin vorhanden ist.

Welche Verbindungsmethode sollten Sie verwenden?

Sowohl FTP als auch NFS ermöglichen den Zugriff auf denselben Backup Storage, sind jedoch für unterschiedliche Arbeitsabläufe gedacht.

  • Verwenden Sie FTP, wenn Sie Dateien mit einer grafischen Anwendung wie FileZilla von Ihrem Computer hochladen, herunterladen oder verwalten möchten.
  • Verwenden Sie NFS, wenn Ihr Linux-Server oder Ihre Anwendungen auf Backup Storage als eingebundenes Verzeichnis zugreifen sollen.
  • Aktivieren Sie das automatische NFS-Einbinden, wenn Ihr Server auch nach Neustarts dauerhaft Zugriff auf den Speicher benötigt.

Sie können FTP und NFS gleichzeitig aktiviert lassen und je nach Bedarf die passende Methode verwenden.

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